it was time to say goodbye

Rascal von den Wolfsgruben

(Milva von den Wolfsgruben x Pumuckel von der Friesenklippe)

Ahnentafel

17. Juni 2002 - 6. Juli 2010

 

Noch heute lässt sich das Gefühl kaum beschreiben. Diese tiefen Empfindungen von das ist er! ging mir durch und durch!

Kurze Zeit davor habe ich den vierten Versuch in Folge, in einem fremdblütigen Rüden einen Nachfolger für meinen Pascha zu finden, furchtbar enttäuscht und traurig wieder abgebrochen. Natürlich wusste ich, dass die Zucht auch eine Kehrseite hat: das Abschied-nehmen, ob es nun von den Welpen ist, oder eben von den Tieren, die den langen Weg in die Zucht nicht schafften. Dennoch, ich war am Boden zerstört und beschloss, mir das nicht mehr anzutun… Heute bin ich jenen vier Rüden dankbar, denn wäre einer von ihnen geblieben, wäre mir das Beste, was mir passieren konnte - RASCAL - entgangen!

Zu jener Zeit war unsere Chinook nach Pumuckel von der Friesenklippe tragend und erstaunt realisiserte ich, dass sie sich, eine volle Woche zu früh, auf die Geburt vorbereitete. Das gibt’s doch nicht…aber nun denn, wir haben das Lager neben ihr aufgeschlagen und in der Rekordzeit von nur einer Stunde waren alle fünf Welpen da!

Einer davon war mein Rascal. Dieses Gefühl, dass es meiner war, überwältigte mich im Moment seiner Geburt derart, dass einfach gar nichts zur Frage stand. Entgegen aller Pläne, Ideen, Beschlüsse und überhaupt - mein Herz gab mir unmissverständlich durch: Jawohl , ER!  

     

Aus dem pfiffigen roten Füchslein wurde ein überaus charakterstarker, selbstsicherer Rüde mit einer wahnsinns Ausstrahlung und einer wunderbaren Farbe. Er bestach durch tiefstes Dunkelgrau und seine Abzeichen waren genauso dunkelrot wie seine Unterwolle!  

   

Rascal war stets der absoluten Überzeugung, dass grundsätzlich alles seinem Spass diente. Sein Einfallsreichtum diesbezüglich war unglaublich und oft haben wir uns gefragt, wo er auch immer die Ideen hernimmt? Ständig brachte er eine neue Einlage, was haben wir wegen diesem Hund gelacht! Zugegeben, manchmal empfand ich seine Spässe schon auch als unpassend, oder zumindest im denkbar schlechtesten Moment angesetzt, beispielsweise an einer Prüfung, oder so… das fand ich dann doch auch nicht so wirklich lustig. Aber wie oft ich während des Trainings einen gestrengen Blick von meiner Ausbilderin kassiert habe, weil ich derart Tränen lachen musste über den Blödsinn meines Hundes, lässt sich nicht zählen! Es kam die Zeit, da hatte sie für solche Fälle immer ein Tempo für mich bereit J  

 

Auf dem Hundeplatz hatten wir schon so unsere Kämpfe miteinander, Rascal und ich. Pascha’s Ausbildung zur SchH3 war ein Spaziergang im Gegensatz zu Rascal‘s höchster Prüfung. Immer, wirklich immer in vollster Arbeitsbereitschaft, war er ein gigantischer Hund, der einfach durch gar nichts zu bremsen war – aber genau durch das eben auch ziemlich anstrengend. Er war eine echte Herausforderung und brauchte eine sehr konsequente, starke Hand, oh, aber dann lief er wie ein schweizer Uhrwerk! Ich musste fest an mir schaffen, oft neu über die Bücher und habe enorm viel gelernt an und mit ihm, mit Erfolg: wir haben uns vom TeamTest über die BH bis zur IPO3 hochgearbeitet. Letztere traten wir übrigens unmittelbar nach einem Nachtdienst an, der für Hund und Hundeführer nebst allem Anderen mindestens 26 km Fussmarsch bedeutete. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass Rascal an Ende dieses Tages noch um vielfaches fitter war als ich! J

Seine endlose Energie war eines seiner Markenzeichen. Für Viele wirkte er dadurch unglaublich faszinierend, für manche aber auch recht einschüchternd. Das kann ich aber getrost entkräften. Rascal war wohl auf dem Hundeplatz nicht so einfach zu führen, aber im täglichen Leben dafür umso besser. Zuhause ruhig, auf den Spaziergängen völlig gelassen gegenüber anderen Hunden (und überhaupt allem, was uns auf grossen und kleinen Füssen, Hufen, Rädern ect. entgegen kam), war er schlichtweg ein Genuss. Etwas für die Seele!

    

Im Alter von 6 Jahren trat er mit mir die Arbeit im Sicherheitsdienst an und zwar im grössten Einkaufzentrum der Schweiz. Viele neue Eindrücke, immer wieder neue Situationen, ständiges Achtsam sein und die viele Kilometer des Nachts, oftmals 12 Stunden am Stück und mehrere Nächte hintereinander – diese Aufgabe war punktgenau auf ihn zugeschnitten. Da war nichts mehr mit Spässchen und dergleichen! Er ging vollkommen auf in seiner Aufgabe als Diensthund und verstand keinen Spass mehr. Ich wusste, ich konnte mich 100% auf ihn verlassen. Wie sehr er mir aber wirklich Sicherheit vermittelte, merkte ich erst so richtig, als er nicht mehr da war…

Warum ein so kerniger, derart lebensfroher Hund schon mit 8 Jahren für immer gehen musste, ist für mich noch heute fast nicht zu begreifen.

Im Laufe seines Lebens hatte Rascal immer mal wieder ein entzündetes Ohr. Nichts Tragisches, mit Homöopathie und Tropfen haben wir es jeweils schnell wieder in den Griff bekommen. Diesmal aber gelang uns dies nicht, einfach nicht… Stetig ging es ihm schlechter, der Nerv unterhalb des Ohres wurde in Mitleidenschaft gezogen, was eine halbseitige Lähmung des Gesichts auslöste und eines Tages war sein Gleichgewichtsorgan völlig zerstört. Elend musste ich erkennen, dass der Abschied nahe war, denn mein einst so stolzer Rüde war nur noch ein Schatten seiner selbst.

 

It was time to say goodbye

Ich wurde über die ganzen acht Jahre das Gefühl nicht los, dass er mir tief ins Herz blickt.

Und ich glaube, das macht er auch jetzt noch!

 

Foto: Pia Koster

 

"Chayenne"

Sela von der Bildsäule

(Chora Stan Hrad x Sandor Leipheimer Moor)

20. November 1994 - 12. November 2007

Foto: Thomas Flauger

                                                                                                                                                                                               Im Alter von vier Monaten habe ich Chayenne kennen gelernt - und hätte sie schon da am liebsten auf der Stelle mit nach Hause genommen! Ein gutes Jahr später ist sie dann tatsächlich bei uns eingezogen.

Sie war eine immer fröhliche, sehr lebhafte Hündin mit einer Sprungkraft, die seinesgleichen sucht. Dass sie dauernd einen Ball, einen Stock etc. im Fang trug, war ein weiteres Markenzeichen von ihr - immer fand sie etwas, das herumgeschleppt und...vorallem zwingend verkleinert werden musste!                                                                                                                                                                                Im Laufe ihrer Zuchtjahre hat sie uns 23 Nachkommen geschenkt, alle in der Farbe grau. Sie war eine wunderbare Mutter mit unendlich viel Geduld für ihren Nachwuchs. Vor ihren Niederkünften war uns allerdings stets einwenig flau, denn sie hat manchen toten Welpen geboren und wir haben trotz allen Untersuchungen leider nie herausgefunden, warum. Entgegen allen Unkenrufen haben wir Chayenne aber, aus absoluter Überzeugung, dennoch in der Zucht behalten. So sind alle unsere jetzigen Hunde Nachkommen von ihr und oft wird mir ganz warm ums Herz, denn ich weiss: es ist gut so!                                       

Chayennes Tochter Milva von den Wolfsgruben, besser bekannt unter dem Namen "Chinook", ist die Mutter...

Foto: Pia Koster

Foto: Pia Koster

...von Yarrow von den Wolfsgruben, unserer mittlerweile pensionierten grauen Zuchthündin...

...und Rascal von den Wolfsgruben.

Foto: Pia Koster

Foto: Pia Koster

Rascal wiederum ist der Vater von Gayan von den Wolfsgruben, genannt "Jamie", meinem Diensthund.

 

Danke, Chayenne!

 

4. März 2007

 

Die weise ergraute Chayenne mit ihrer Tochter Chinook und den beiden Enkeln Rascal und Yarrie im Sommer 07

Immer noch verspielt!

3. November 2007

Erste und letzte Fotosession unserer vier Generationen

Fiume - Yarrie - Chinook - Chayenne   

10. November 2007

Warum bloss werde ich beim Betrachten des Bildes das Gefühl nicht los, dass die Hunde schon mehr wissen als wir...? :-(

 

 

"Pascha"

Kuno von der Bahrener Höhe
Ahnentafel
17. September 1990 – 25. April 2005

Pascha entstammte einer DDR-Zucht. Im Alter von 11 Wochen zog er bei uns ein, um 14 ½ Jahre lang unser Leben zu bereichern. Er war ein wunderbarer, sehr kinderliebender Familienhund und zudem sehr angenehm im Umgang mit Hund und Katz.

Auch als Sporthund machte Pascha viel Freude: ich habe mit ihm die Ausdauerprüfung absolviert, ebenso die BH sowie SchH 1-3. Auch im SanH waren wir begeistert mit dabei.
Pascha war bis ins hohe Alter verspielt und fröhlich, er erfreute sich stets seiner Gesundheit.

Pascha wurde 1992 im LSVD in Zuchtklasse 1 angekört und ist Vater von insgesamt zehn Wolfsgruben-Würfen aus vier Müttern. Er wurde auch von anderen Züchtern ihren Hündinnen zugeführt. Somit hat er eine stolze Anzahl Nachkommen (40 Rüden und 40 Hündinnen) in den Farben schwarz/braun, grau und lackschwarz.

Seine Ausstellungserfolge sind nicht mehr zu zählen; fast gleich viele Jahre startete er jeweils in der Senioren-Klasse wie in jüngeren Jahren in der Gebrauchshunde-Klasse.

Im Laufe der Zeit sind viele Fotos und Berichte von Pascha in den verschiedensten Hunde-Magazinen abgedruckt worden; zudem war er in der Schule mehrere Male schlichtweg der Star zum Vortrags-Thema „Hund“! Auch wurde er von Künstlerhand mehrmals gezeichnet und bei Geschenke-Schabenberger ist sein Abbild gar als edler Schmuckanhänger in Gold und Silber zu kaufen.

Treffender hätte sie ihn nicht zeichnen können!  Bleistift-Zeichnung von Britta Flauger Feldkreuzstr. 57, A-6890 Lustenau                  Tel.: 0043/5577 62295  e-Mail: britta.flauger@aon.at 


Jahrelang war Pascha HD-Studienobjekt im Tierspital Zürich. Das dadurch gewonnene Wissen hat meinen Weg als Züchter enorm beeinflusst.

Selbstverständlich zeigte ich mein „Urgestein“ auch am Alterfrische-Wettbewerb der SKG, allerdings leider ohne gleichaltrige Schäferhunde-Konkurrenz...

Als ich den kleinen Pascha vor vielen Jahren mit nach Hause genommen habe, hat sich für mich der sehnliche Wunsch nach einem langhaarigen Schäferhund erfüllt.
Ursprünglich war er als Familien- und Sporthund gedacht; doch verdanken wir ihm allein, dass die Zucht „von den Wolfsgruben“ 1993 aus der Wiege gehoben wurde!

14 ½ Jahre sind fast zwei Hundeleben – doch für uns ist es immer noch viel zu kurz...